an für sich ist der Gedanke des Grundeinkommens nicht verkehrt, nur wie lässt sich so etwas finanzieren? Wenn man gewisse Dinge dann nicht unter den Tisch fallen lassen würde, wäre es ja eine interessante Sache...nur leider ist bisher jedes noch so gute Modell mangels Finanzierbarkeit im Sande verlaufen.
Zur Finanzierung gibt es einen guten Text auf den ich Dich hinweisen möchte:
Text zur Finanzierung auf der Seite grundeinkommen-hamburg.de
Naaajaaa....auch dort gibt es ein Satz, der nicht genau definiert ist. Ich zitiere mal:
"Auch ein sehr hohes bedingungsloses Grundeinkommen ließe sich theoretisch finanzieren, wenn wir nur die Steuern entsprechend hoch setzten."
Genau das ist es ja, was bisher noch niemand ganz genau beschreiben kann, wie sich das finanzieren lässt.
Welche Steuern sind gemeint? In der Vergangenheit wurde etwas Neues immer mit der Mehrwert-/Umsatzsteuer finanziert und die müssen alle zahlen, auch die Unterschicht.
Umschichtung der Steuern muss sein, aber gerecht. Was nützt es der Unterschicht, wenn die Oberschicht die gezahlte Mehrwert-/Umsatzsteuer wieder absetzen kann?...oder wenn private Anschaffungen/Reparaturen über das eigene Unternehmen abgerechnet werden? Rechnungen werden umgeschrieben und als Firmenausgaben deklariert. Die Unterschicht kann so etwas nicht, muss alles voll bezahlen. Auch dort muss es soziale Gerechtigkeit geben.
Du merkst, ich rede hier nur von Unter- und Oberschicht...da fehlt gänzlich die Mittelschicht. Und die verringert sich immer weiter und bald sind sie auch ganz unten oder ganz oben...
Noch etwas...nicht nur die theoretische Finanzierung sollte feststehen. Die praktische Umsetzung muss passen. Und die Bevölkerung muss sehen können, dass sie nicht schon wieder über den Tisch gezogen werden. Sonst steigt die Verdrossenheit immer weiter an.
Aber nun gebe ich noch zu bedenken, dass hier im Forum nicht der geeignete Ort ist, um über Politik zu diskutieren. Drum sollten wir allen die Entscheidung selbst überlassen, was sie tun und was nicht.
Viele Grüße
Lothar
Nachtrag:
Etwas weitergelesen beim dem Link oben und schon etwas über die Mehrwertsteuer gefunden...bestätigt meine Meinung dazu. Zitat:
"Alternativ oder ergänzend zur Einkommensteuerfinanzierung ist auch eine Finanzierung des Grundeinkommens über eine Konsumsteuer, also eine reformierte und erhöhte Mehrwertsteuer, denkbar. Das häufig angebrachte Argument, Konsumsteuern seien sozial unausgewogen, weil sie die unteren Einkommensgruppen zu stark belasteten, relativiert sich, wenn im Gegenzug jede_r ein bedingungsloses Grundeinkommens erhält. Wer kein oder wenig „eigenes“ Einkommen hat, konsumiert relativ wenig, und zahlt unterm Strich an der Ladenkasse weniger Mehrwertsteuer, als er vom Finanzamt an Grundeinkommen erhält."
Für die Unterschicht sind 19% MwSt sehr viel Geld...die Oberschicht setzt es ab oder zahlt es mit einem Grinsen im Gesicht...nicht sozial gerecht in meinen Augen.