Hi,
Das Zwangsabschalten kaschiert einfach die schlechte Entstoerung moderner Autos.
Abhilfe schafft da erstmal ein Ueberspannungsschutz fuer ca 10 EUR, die Spannungsspitzen quasi kurzschliesst. Hab ich mir vor kurzem eingebaut und seitdem kein Empfangseinbruch mehr beim Anlassen (Radio liegt auf Dauerplus!) und man hoert sogar wieder AM Sender (solange das Licht aus ist). Fehlt nur noch die HF-Entstoerung ...
aeh, vielleicht kann mir mal jemand die Dioden Loesung erklaeren?
Von welchem Plus braucht man eine Diode? Vom Dauerplus macht wenig Sinn, da kann man gleich umklemmen/umschalten. Vom Zuendungsplus macht auch nur Sinn, wenn man den Schluessel nicht ganz zurueckdreht.
Alternativ koennte ein GoldCap zur Uberbrueckung des Schaltvorgangs helfen als Energiepuffer - wenn's energiemaessig ausreicht.
MfG
Thomas
Das "Bordnetz" eines jedes Pkw ist praktisch nicht entstört, das wäre auch extrem aufwendig, schwierig und teuer, bei den vielen Störquellen und Baugruppen, die verbaut sind, sowie bei den hohen Strömen, die auf den Kabelbäumen fließen.
Überspannung (bis ca. 28V sind vorgesehen) ist auch nicht das Problem, vielmehr sind es entweder Unterspannungen beim Starten (bis runter auf 3V teilweise), bzw. generell die ganzen Startstörpulse, die denkbar sind.
Die ganzen Baugruppen im Fahrzeug müssen hingegen selber HF-mäßig entstört sein, d.h. sie dürfen im laufenden Betrieb kein zu großes EMV-Spektrum abstrahlen, damit zB das Auto-Radio nicht gestört wird, dürfen sich aber auch durch die Störungen im Bordnetz auch nicht aus dem Takt bringen lassen - wie geschrieben im regulären Betrieb.
Für den Startvorgang gelten wie angedeutet andere Bedingungen, d.h. es wird eine eingeschränkte Funktionalität und das "Überleben" der Startspannungspulse gefordert:
Der Tageskilometerzähler darf zB nicht auf Null gesetzt werden, und die wichtigsten Baugruppen, die zum Starten erforderlich sind, müssen funktionieren, dh einige Sekunden mit minimaler Spannung arbeiten.
Das ist bei einem Radio natürlich nicht möglich, da es aus zB 5-8V nicht vernünftig betrieben werden kann. Die Pufferung würde einen Riesen Elko erfordern, der nicht ins DIN-Gehäuse paßt.
Daher werden OEM Radios softwareseitig abgeschaltet oder stumm geschaltet.
Des weiteren verfügen gute Auto-Radios bereits über entsprechende HF-Filter in der Stromversorgungsleitung.
Wenn dennoch Störungen auftreten, wurde das weggespart, in der Regel bei Aftermarket Geräten. Bei OEM Radios würde sowas nicht über die EMV Validierung kommen.
Klemme 15 ist bereits während des Startvorgangs aktiv, sonst würden einige Elektroniken im Fahrzeug nicht funktionieren.
Klemme 15 kann man sich als Einschalter vorstellen, der gewisse Baugruppen auch initialisert.
Klemme 30 heißt "Dauerplus", weil dauernd Plus anliegt, auch beim Starten.
Sobald man Kl. 15 für das Radio verwendet, wird dieses wie gesagt softwaremäßig abgeschaltet. Daher gibt es keine vernünftige Lösung, als nur Dauerplus am Radio anzulegen, mit einer 5A Diode entkoppeln, und dahinter, direkt am Radio, einen fetten Elektrolytkondensator, mind. 26V, einbauen. Dann geht es vielleicht, abhängig von der eingestellten Lautstärke.
"GoldCaps" sind ungeeignet, da sie nur 2,5 oder 5,5V vertragen.
Gestackte Doppelschicht-Typen für >= 26V sind wahrscheinlich sehr teuer, lohnen daher nicht.
Wie gesagt, empfehlen kann man den ganzen Akt nicht, dazu sind die Verhältnisse auf dem Bordnetz beim Starten einfach zu audiophob.