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OT-Geber (TTT-Technik, Tipps und Tricks)

hans-albert, Saarland, (vor 5162 Tagen)

Hallo Leute,

wir haben einen 1,2l 8Ventiler Kangoo Bj 1999, seit ca. 5 oder 6 Jahren in unserer Hand. Gekauft mit rund 120 tausend, seit kurzem 160 tsd. Kurz gesagt, ich habe noch kein Fahrzeug gehabt, an dem derart viel zu tun war. Sowohl Technik als auch Rost. Einige sehr nützliche Hinweise habe ich in diesem Forum gelesen. Daher möchte ich nun meine Meinung zu einer gut bekannten Problematik auch hier posten. Mein letzter Fehler vor ein paar Tagen war der OT-Geber. Direkt vorher hatte ich mehr als ausreichend Probleme mit der Zentralverriegelung, daher dachte ich auch bei diesem Fehler an die Zentralverriegelung oder die Wegfahrsperre. Der Kahn sprang eher zufällig an. Mal nie mit dem einen Schlüssel, aber immer mit dem anderen, mal nur nach Zerlegung des Armaturenbrettes und mehrfachem Abziehen und Aufstecken des Steckers am ZV-Modul. Das Armaturenbrett zerlege ich mittlerweile in unter zwei Minuten. Hier meinen ausdrücklichen Dank an dieses Forum, sonst hätte ich das ZV-Modul wohl nie gefunden. Es hatte klar einige Fehler aufgrund kalter Löstellen.

Zum OT-Geber.

Ich hatte im Laufe der letzten Reparaturen eine kleine Sammlung an OT-Gebern angelegt, ganz einfach deshalb, weil diese am Getriebe dran sind, wenn man eins vom Verwerter bekommt. Es gibt wohl zwei Arten dieser Geber. Die eine, ältere, hat den Stecker am Sensorgehäuse angeformt, die andere hat erst ein Stück Kabel, dann kommt der Stecker.

Ich habe am Auto die Version mit dem angeformten Gegenstück, im Bestand aber auch die mit dem Kabel. Nachdem alle weiteren Arbeiten am ZV-Modul keine Verbesserungen brachten, habe ich den OT-Geber gegen einen aus dem Bestand getauscht. Ergebnis: Er Sprang überhaupt nicht mehr an. Vorher hatte ich eine Anspring-Erfolgsquote von etwa 60%. Nächster Geber: alles Klappt. Er springt sogar wesentlich schneller an, ungefähr so, wie es war, bevor die ganze Problematik begann. Ich habe diesen Geber einfach drin gelassen.

Ich habe eine Gelegenheit auf der Arbeit genutzt, meine Sensoren durchzumessen. Sie haben alle 230 Ohm (226 bis 229), und sie scheinen vormagnetisiert zu sein. Derjenige, der überhaupt nicht startete, war auch garnicht magnetisiert. Derjenige, der drin gewesen war, lieferte etwa 30mT. Ein anderer ebenfalls. Ein weiterer lieferte 60 mT. Das führt mich zu dem Verdacht, dass es über 30 mT sein sollten, damit das Schwungrad ein ausreichendes Signal liefern kann, um den OT auch bei niedriger Drehzahl (Anassen, Leerleuf) erfassen zu können.

Ich habe die Vermutung, dass der Geber über die Jahre entmagnetisiert. Das hier im Forum beschriebene Reinigen des Steckers verbessert dann das Signal, so dass es nochmal für eine Weile geht, aber bei weiterer Demagnetisierung wird das Problem wieder auftreten, fürcht ich.

Neugierig, wie ich bin, habe ich versucht, die schwach magnetisierten Geber wieder auf zu magnetisieren. Ich habe Neodym-Magnete verwendet, die über 400mT haben, und diese in passender Polarität mehrfach an den Sensor angelegt. Ich kam auf knapp über 34mT, die der Sensor nachher hatte. Das könnte für eine Weile reichen, aber es ist weit weg von den 60mT, die ich bei dem einem gemessen hatte. Zum "richtigen" Aufmagnetisieren ist also wohl mehr erforderlich als ein "Supermanet". Entweder ein noch stärkerer Magnet, oder ein definierter Strompuls durch die Spule.

Mein Fazit: Die Praxis der Werkstätten, den Geber einfach zu wechseln, scheint sinnvoll. Die Kontaktprobleme sind weg, und der neue Sensor ist auch "frisch" aufmagnetisiert. Abgesehen davon ist eine Reklamation für eine Werkstatt immer teuer und daher eine Sache, die vermieden werden sollte. Der Selbermacher kann gerne den Sensor an den Kontakten reinigen oder gegen einen vom Verwerter tauschen, mit dem Risiko, dass dieser ebenfalls knapp vor der grenzwertigen Demagnetisierung steht, aber dann bitte nicht auf die Werkstatt schimpfen, wenn es schief geht. Anscheinend verschleisst dieser Sensor auch magnetisch, was mit haushaltsüblichen Messgeräten nicht festzustellen ist. Ich versuche mal, es zu beschreiben. Ein Sensor mit 30mT haftet knapp spürbar an einer normalen Schraube an. Einer mit 60mT kann eine Schraube noch ein bisschen festhalten.

Nicht so einfach, das Ganze.

Grüße

hans-albert

OT-Geber

meinautoistkaputt, (vor 5162 Tagen) @ hans-albert
bearbeitet von meinautoistkaputt,

Wie/womit hast du denn die Millitesla gemessen?

OT-Geber

hans-albert, Saarland, (vor 5162 Tagen) @ meinautoistkaputt

Mit einem Magnetfeld-Messgerät der Firma Schwille. Das ist zwar schon geschätzte 20 Jahre alt, aber dank mitgelieferter Kalibiriermagnete vor jeder Messung justierbar. Ich hoffe mal, die Kalibriermagnete stimmen noch... ;)

Grüße
hans-albert

OT-Geber

VEC-LOTHAR, (vor 5162 Tagen) @ hans-albert

Hallo

Mit einem Magnetfeld-Messgerät der Firma Schwille. Das ist zwar schon geschätzte 20 Jahre alt, aber dank mitgelieferter Kalibiriermagnete vor jeder Messung justierbar. Ich hoffe mal, die Kalibriermagnete stimmen noch... ;)

Das mag vielleicht alles richtig sein und auch stimmen, aber Magnetfeldmessungen sind für mich so eine Art Glaubensfrage. Bei so kleinen Magnetfeldern fallen geringste Störungen schon zu Messungenauigkeiten aus. Schönstes Beispiel sind Reed-Kontakte. Man denkt, durch Austausch des Reedkontakt-Schalters ist der Fehler behoben (in meinem Beispiel war das Licht in einem Liebherr-Gefrierschrank dauernd an), aber es klappte nicht.
Der Fehler war ein Mikrowellengerät, welches auf dem Gefrierschrank stand. Wer die Mikrowellentechnik kennt, weiß, dass dort auch ein starker Dauermagnet im Magnetron drin ist, aber nach außen hin abgeschirmt ist. Minimale Abschirmungsfehler (noch innerhalb der gesetzlichen Toleranz) ließen den Reed-Kontakt des Gefrierschranks einfach so ohne Fremdeinwirkung schalten.

Daher denke ich nicht, dass der OT-Geber am Motorblock durch zu wenig Magnetisierung falsche Impulse liefern könnte. Dazu haben wir innerhalb des Motorraums zuviele elektrische Impulse, die das Gesamtergebnis der Impulsmessung verfälschen könnte (Zündspule, Zündkabel, Lichtmaschine, elektr. Servopumpe etc.).

Daher ist dein Beitrag recht nett und sehr informativ und ich finde es sehr gut, dass da sich jemand mal Gedanken drüber gemacht hat, aber die Lösung des OT-Geber-Problems ist in den meisten Fällen nur ein Kontaktproblem des Steckers (zu 95%).
Wenn der Stecker nach Austausch des OT-Gebers nicht vollständig gereinigt wurde, taucht auch nach dem OT-Geber-Austausch das Problem erneut wieder auf.

Trotzdem vielen Dank für diesen guten Beitrag *rose*

Noch eine technische Info nachträglich zum Magnetismus: http://www.magnete.de/uploads/media/hystereseschleife_de.pdf

Viele Grüße [image]

Lothar

OT-Geber

hans-albert, Saarland, (vor 5162 Tagen) @ VEC-LOTHAR

Hier ein solches "Teslameter" bei der Arbeit, wobei der zugehörige Text mit etwas Vorsicht zu geniessen ist. Die OT-Sensoren, die ich gemessen habe, haben allerdings kein gleichförmiges Feld, sondern ein scharfes Maximum in der Mitte, so dass eventuell auch die Messfläche der verwendeten Sonde eine Rolle spielt.

Grüße
hans-albert

OT-Geber

hans-albert, Saarland, (vor 5162 Tagen) @ VEC-LOTHAR
bearbeitet von hans-albert,

Hallo Lothar,

30 oder 60 mT zu messen ist in diesem Falle recht eindeutig, auch wenn ich Deine Skepsis gegenüber diesen komischen Magnetfeldern gut nachvollziehen kann. Auch bei einem Kangoo halte ich es mittlerweile für möglich, dass er nicht mehr anspringt, wenn er zu dicht an einem Mikrowellengerät geparkt wurde. *zwinker*

Wie gesagt, ich habe hier mehrere OT-Sensoren liegen, einer aus unserem Fahrzeug, die anderen aus der Verwertung. Ich habe die OT-Sensoren getauscht, bis er wieder lief. Nun springt der Wagen nicht nur an, sondern er tut es wieder sofort, wie es früher mal war. Wieviele mT der Sensor hat, der jetzt drin ist, ist unbekannt. Ich werde ihn auch nur dann wieder ausbauen, wenn er wieder Probleme macht.

Ich habe aus Neugier die Reste mal durchgemessen. Der aus unserem Fahrzeug hatte rund 30mT, der Wagen sprang mal an (nach ca. 3-5 sec. Orgeln), mal nicht, und ging auch im Leerlauf aus. Der mit 0 mT tat nichts, aber auch garnichts. Die anderen beiden waren bei mir nicht eingebaut, da sie einen anderen Stecker haben. Mechanisch würden sie passen. Das Gegenstück zum Stecker habe ich mir gestern bem Verwerter herausgeknipst. Einer dieser beiden Geber hat ebenfalls rund 30mT, der andere rund 60mT. Der Verdacht, dass die Stärke dieser Manetisierung einen Einfluss hat, wird durch das nun deutlich bessere Anspringen unterstützt. Denn bei stärkerer Magnetisierung gibt der OT-Geber bereits bei geringerer Drehzahl ein ausreichend starkes Signal, dass die Motorsteuerung den OT erkennen lässt.

Die Sensoren scheinen recht weichmagnetisch zu sein. Mit einem 400mT Neodym-Magneten lassen sie sich recht schnell auf rund 30mT aufmagnetisieren, aber auch recht schnell entmagnetisieren oder ummagnetisieren. Diese Vorgänge sind in dem von Dir verlinkten Hysteresediagramm gut beschrieben.

Mal weg von den Millitesla, hin zu was einfachem. Ich war gerade in der Garage und habe zwei einfache, für jeden leicht nachvollziehbare "Messungen" gemacht. Der Geber mit 30mT schafft es gerade so, eine Sechskantschraube M8*20 nicht herunterfallen zu lassen. Der mit den 60mT hält noch knapp eine M8*50. Wenn es also mal nach dem Reinigen des Steckers immer noch nicht so richtig funktioniert, kann man mittels der Schraubenkiste mal die Vormagnetisierung prüfen. Bei unserem waren die 30mT wohl die kritische Grenze. Mag sein, dass es da auch noch Streuungen im Steuergerät gibt, also diese Werte bitte nur als Hinweis nehmen und nicht als absolutes gut/schlecht Kriterium. Ach so, für eine erste Prüfung mit einem Multimeter; Rund 230 Ohm hatten sie alle.

Grüße

hans-albert

OT-Geber

VEC-LOTHAR, (vor 5162 Tagen) @ hans-albert

Hier ein solches "Teslameter" bei der Arbeit, wobei der zugehörige Text mit etwas Vorsicht zu geniessen ist. Die OT-Sensoren, die ich gemessen habe, haben allerdings kein gleichförmiges Feld, sondern ein scharfes Maximum in der Mitte, so dass eventuell auch die Messfläche der verwendeten Sonde eine Rolle spielt.

Ein moderneres Messgerät :-)

Normalerweise kann man das Magnetfeld nur zwischen den Polen messen, also beim OT-Geber zwischen Geber und den Gegenpolen im Motor.
Das ist aber schlichtweg unmöglich und daher meinte ich, dass man das nicht direkt messen kann *zwinker*
http://de.wikipedia.org/wiki/Hallgeber

Diese verflixte Technik aber auch....*cool*

Viele Grüße [image]

Lothar

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OT-Geber

Henning, Helmstedt, (vor 5161 Tagen) @ hans-albert

Mal weg von den Millitesla, hin zu was einfachem. Ich war gerade in der Garage und habe zwei einfache, für jeden leicht nachvollziehbare "Messungen" gemacht. Der Geber mit 30mT schafft es gerade so, eine Sechskantschraube M8*20 nicht herunterfallen zu lassen. Der mit den 60mT hält noch knapp eine M8*50. Wenn es also mal nach dem Reinigen des Steckers immer noch nicht so richtig funktioniert, kann man mittels der Schraubenkiste mal die Vormagnetisierung prüfen. Bei unserem waren die 30mT wohl die kritische Grenze. Mag sein, dass es da auch noch Streuungen im Steuergerät gibt, also diese Werte bitte nur als Hinweis nehmen und nicht als absolutes gut/schlecht Kriterium. Ach so, für eine erste Prüfung mit einem Multimeter; Rund 230 Ohm hatten sie alle.


Grüße

hans-albert

Hallo,
hier mal ein Beispiel wie es aussieht mit Schraube M8#50, mit 2 8ter Muttern noch dran, weiß aber nicht wieviel Millitesla der Geber hat- hab mir den OT- Geber gestern, beim beim Autoverwerter an einem Twingo ausgebaut, und hat die gleiche Teile-Nr: wie bei meinem Kangoo.
[image]
[image]

gruß Henning [image]

--
Bis 21.01.2017---Kangoo Campus Basis 1.2 RTE Modelausführung FC/KC0A - D7F Motor Erstzul. 29.08.2000, 93000 km,
TÜV 07.2017
Seit 19.01.2017---Skoda Roomster TSI 1.2, Benzin, 86PS Erstzul. 03.2012, 67500km

OT-Geber

hans-albert, Saarland, (vor 5161 Tagen) @ Henning

Na, das sieht doch mal sehr vielversprechend aus! Dein Geber führt um zwei Muttern. ;)

Grüße
hams-albert

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OT-Geber

Henning, Helmstedt, (vor 5161 Tagen) @ hans-albert

Jo, und war sogar noch sehr stark, konnt sogar wackeln, und ist nicht abgefallen, hätte bestimmt noch 1 oder 2 muttern mehr vertragen.

gruß Henning [image]

--
Bis 21.01.2017---Kangoo Campus Basis 1.2 RTE Modelausführung FC/KC0A - D7F Motor Erstzul. 29.08.2000, 93000 km,
TÜV 07.2017
Seit 19.01.2017---Skoda Roomster TSI 1.2, Benzin, 86PS Erstzul. 03.2012, 67500km

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OT-Geber

ingolf, B, (vor 5160 Tagen) @ hans-albert

Hallo Hans-Albert,
danke für die Betrachtung.
Das wird helfen gute von nicht mehr guten Gebern zu unterscheiden.
Die M8 Methode!

Grüße, Ingolf

--
Nicht alles, was ein Kangoo kann, ist auch gut für ihn.
3x G2 1,5 dci, 1x G2 1,6; 2x G1 1,5 dci
Evolution: R4 F4 und F6, Rapid 1,2 alle Baujahre, Kangoo G1 und G2

OT-Geber

Horst, (vor 5160 Tagen) @ hans-albert

Hallo,

das klingt echt intressant, unter Umständen erklärt das auch die thermische Einflüsse.
Die Magnetisierung ist sicher auch leicht von der Tmeperatur abhänig.
Und es ist ja für OT Geber Probleme typisch, dass die bei kaltem Motor weniger ausgeprägt sind als bei betriebswarmen Motor.
Kannst Du mal ausprobieren und den Geber warm machen und schauen ob sich dann was messbar ... mit "M8 Methode" oder Messgerät gemessen was ändert ?

Gruß
Horst

OT-Geber

meinautoistkaputt, (vor 5160 Tagen) @ Horst

Die neuere Version der OT-Geber ist Blau.

Kannst du da Vergleiche machen? Also schwarz gegen blau?

OT-Geber

hans-albert, Saarland, (vor 5158 Tagen) @ Horst

...

Kannst Du mal ausprobieren und den Geber warm machen und schauen ob sich dann was messbar ... mit "M8 Methode" oder Messgerät gemessen was ändert ?

...

Ich versuche, daran zu denken. Kann es aber nicht versprechen, da ich das Teslameter unter umständen sehr kurzfristig wieder hergeben muss.

Es kann aber auch sein, dass der Widerstand der Wicklung da thermisch dominiert. Das würde dann aber auch in die Richtung "Warm--> mehr Probleme" gehen. Ob sich das tatsächlich bemerkbar macht, müsste auch vom Innenwiderstand des Steuergerätes abhängen und vom Widerstand der Verkabelung, wozu ja auch wieder der Stecker zählt.

Wenn ich es realisieren kann, messe ich mal nach.

Grüße
hans-albert

OT-Geber

hans-albert, Saarland, (vor 5158 Tagen) @ meinautoistkaputt

Die neuere Version der OT-Geber ist Blau.

Kannst du da Vergleiche machen? Also schwarz gegen blau?

Leider nein, ich hab nur schwarze zur Hand. Und extra einen blauen kaufen zum Messen ist mir zu teuer. ;)

Grüße
hans-albert

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