MoinMoin.
Als einer der Anfang 40 ist, und nicht im Verdacht stehen wird senil oder nicht mehr auf dem Laufenden zu sein, der sich aber zumindest an die 70er und 80er - Jahre noch gut erinnern kann, und auch an die Aussagen der damaligen noch lebenden Großelterngeneration habe ich schon einen gewissen Überblick über die letzten Jahrzehnte - Und ich sage dir : Früher war fast alles besser.
Also ich bin auch Anfang 40, kann mich ebenfalls ganz gut an die 70er und 80er erinnern und bin ebenfalls eher altmodisch. Ich bin der Meinung, früher war vieles anders, einiges vielleicht auch wirklich besser, aber ganz sicher nicht alles, schon gar nicht die Autos.
Zu den Erinnerungen an damals gehören nämlich auch die an Smog, Sonntagsfahrverbote, Autos, die bei niedrigen Temperaturen ums Verrecken nicht anspringen wollten und vieles in der Art mehr.
Was ist denn heute großartig besser?
Zum Beispiel sind die Autos erheblich zuverlässiger geworden, sauberer und sicherer. Ich glaube es lässt sich nicht verleugnen, dass die Zahl derer, die schon bei leichteren Unfällen verletzt werden oder gar ums Leben kommen, doch erheblich gesunken ist.
In den Prä-Sicherheitsgurt-Zeiten reichte ein Aufprall mit wenigen km/h um sich schwerste innere oder Kopfverletzungen zuzuziehen, das sollte bei aller Nostalgie nicht übersehen werden. Und Airbags gibt es heute überhaupt nur deshalb, weil die Leute den Sicherheitsgurt verweigert haben, nicht umgekehrt.
Und das Thema Smog ist in D schon lange keins mehr, weil Autos und Industrieanlagen erheblich weniger Dreck in die Umwelt pusten und das ist auch gut so.
... und nicht an der zugenommenen Verkehrsdichte, in der man ja eher weniger schnell fahren kann.
Und trotzdem sind viele Autofahrer heute mit teils unglaublichen Geschwindigkeiten unterwegs, auch mitten im dicksten Getümmel und bei den denkbar schlechtesten Wetterbedingungen, entgegen aller Verkehrsregeln und dem gesunden Menschenverstand.
Der übertriebene Komfort bei den heutigen Fahrzeugen hat zu einer Verkümmerung der Instinkte der Fahrer geführt - Durch die zunehmende Entkoppelung im Fahrzeug von der Außenwelt hat der heutige permanent `in Watte gepackte´ Fahrer heute kaum noch Gefühl für die Technik
Da bin ich voll deiner Meinung. Früher hieß es mal, man solle sein Auto "auch mit dem Hintern" fahren, also das Fahrverhalten des Wagens auch bewusst spüren, was heutzutage durch den Komfort und etliche aktive Assistenzsysteme leider verhindert oder zumindest erschwert wird.
Ich bin schon seit Jahren dafür, dass zum Erwerb des Führerscheins auch ein Fahrsicherheitstraining gehören sollte und zwar mit Fahrzeugen ohne den ganzen Technickschnickschnack. Ich habe meins vor 20 Jahren in einem Auto ohne Bremskraftverstärker gemacht, da lernt man wie eine Vollbremsung funktioniert.
Die moderne Technik ist schon eine feine Sache, der Fehler ist, ihr blind zu vertrauen. Ich weiß nicht mehr, welcher Song es ist, aber es gibt da eine schöne Textzeile, die ich gern im Hinterstübchen behalte: Force yourself to use your brain (zwinge dich, dein Hirn zu benutzen).
Gruß, Katja