für alle, die es das erste Mal machen.
So, uff, geschafft. Einiges ging problemlos, anderes nur mich viel Mühe. Zwischendurch war ich nah daran, es aufzugeben, die Werkstatt anzurufen, mein Unvermögen zugeben, das Auto dorthin abschleppen lassen und alles machen lassen, inklusive meine Murkserei korrigieren.
Materialien besorgen: in einem KFZ Fach-Laden, in Berlin günstig, habe es zuerst per Internet bestellt und dann selbst abgeholt, da ich dort mit den Verkäufern noch palavern wollte. Neue Ablassschraube, Dichtung, Filter und ÖL ca. 30 Euro. Die Werkzeuge habe ich mir gespart, leider, siehe weiter unten.
Die Arbeit:
- Auto höher gestellt, mit Hilfe von Wagenheber Bretter unter die Räder gestellt, ca. 10 cm. Wäre eigentlich nicht nötig, der kangoo ist ziemlich hochbeinig, jetzt weiß ich auch wo alle Schrauben sind. Also das nächste Mal ohne hochstellen.
- Motor warm laufen lassen, bis die Nadel auf etwa die Hälfte der normalen Betriebstemperatur (ist bei mir genau die Hälfte der Skala), also bis ein Viertel der Skala. ich wollte mich nicht verbrühen, das war allerdings zu wenig, hätte ruhig den Motor wärmer laufen sollen. Da es draussen kalt war und ich *alles“ abfliessen lassen wollte, habe ich viele Stunden ablaufen lassen, da war das Öl schon kalt und nicht mehr so flüssig.
- Als Auffangwanne habe ich eine Katzenkiste benutzt, sie in einem großen, dünnen Müllsack gepackt, so dass nach dem Leeren die Kiste sauber blieb und der Plastiksack samt Ölfilter entsorgt wird. Kann ich gut empfehlen.
- Ablassschraube öffnen: wollte mir das passende Werkzeug sparen... ähem. Zuerst mit einer Türklinke versucht, hat sich verdreht, der Stift innen ist viel zu weich (und die Schraube war viel zu fest gedreht). Dann habe ich mir aus einem Eisenstück etwas zurecht geflext und L-förmig gebogen, auch Murks, das Metall war zu weich, hat sich verdreht und die Ecken abgewetzt. Allerdings war auch die alte Schraube selbst schon, wohl mit falschem Werkzeug benutzt, schon murks, das habe ich gesehen als sie raus war. Dann aus einem 10-Inbus passend geflext, das hat gedauert, weil ich es gut machen wollte, hat auch zwei Versuche gebraucht. Der erste Versuch ging daneben, Schlüssel gekürzt und beim neuen, zweiten Versuch dann geschafft, und da ich die neue Schraube dabei hatte, war es relativ leicht.
- Ölfilter herausdrehen: doppelt ähem. Ich hatte vom Nachbarn einen billigen Riemenschlüssel, damit ging es gar nicht, seitlich ist bei mir so gut wie kein Platz und dieser Schlüssel braucht viel Platz erstmal für die Anspannung. Vielleicht hätte es mit einem guten Bandschlüssel gegangen. Das hätte ich vorher prüfen sollen... Der Trick mit Nylonschnur Umwickeln ging auch nicht... Dann brutal mit Rohrzange versucht, Mist, dabei eine Buchse am Anlasser kaputt geschlagen, dann auch noch den Ölmessstab kaputt gebrochen. Filtergehäuse schon eingedrückt, verbogen und wahrscheinlich zerrissen, so dass ich nicht mal den alten Filter drin lassen konnte, um das Auto in die Werkstatt zu fahren, Nee, für die Rohrzange ist da überhaupt kein Platz. Seitlich sowieso sehr sehr wenig, da hätte auch kein Schraubendrehen genutzt. Bei meinem Motor (Diesel, 1,5 dci, K9K) geht es wohl nur von oben, dafür ist der Filter ziemlich hoch. Hier war ich erstmal am Ende, hatte an Aufgeben gedacht... Eine Nacht darüber geschlafen, das Auto steht ohne Öl am Ende der Welt... Am nächsten Morgen mit dem Fahrrad nach einer Werkstatt im nächsten Dorf, der war so freundlich und mir eine Kralle geliehen. Der Filter war auch verdammt fest (wahrscheinlich zu fest gedreht), ein paar Mal abgerutscht, aber am Ende hatte ich es raus. Aus dem Filter kam so gut wie kein Öl mehr raus. Den neuen wirklich nur 3/4 Drehung nach Handfest fest gezogen.
- Alles andere ging gut, Schraube einsetzen, bei mir flache Dichtung aus Metall und Gummi, erstmal 4 Liter neues Öl rein, restliches neues Öl in einen anderen 1-Liter Behälter, dann altes Öl in den jetzt leeren Behälter, Motor starten, ein bisschen fahren, prüfen und ggf. nachfüllen.
Fazit: richtiges Werkzeug ist wichtiger als ich dachte, für den Filterschlüssel muss mensch schauen, wie viel Platz er hat, ob seitlich oder von oben. Eine Kralle kann ich gut empfehlen, wenn schon dann eine bessere Qualität, die kann mensch sowohl von oben wie auch seitlich bedienen. Jetzt, da ich weiß wie es geht, werde ich es das nächste Mal auch allein machen.