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G2 Frontscheibe austauschen (Bericht- Obacht, viele Bilder!) (TTT-Technik, Tipps und Tricks)

Mathis, Donnerstag, 14.05.2020, 22:52 (vor 23 Tagen) @ Mathis

Also, hier mein Bericht zu Austausch der Frontscheibe des Kangoo II 02/2008.

Die Scheibe kam mit dem Rückspiegelhalter für insgesamt 89€ per Nachtexpress. Dazu ein Scheibenkleberset für 25€.

Am Kangoo müssen zunächst die Scheibenwischerarme, die Verkleidungen der A-Säule, der Windlauf und der Innenrückspiegel demontiert und die Zierleiste, die aussen um die Scheibe läuft, herausgezogen werden.

Der Schneidedraht kann gut an der A-Säule durchgestochen und an irgendeiner Art Griffe verknotet werden. Es eignet sich übrigens auch ein aufgedraselter Bowdenzug, aus dem man 1..3 Drähtchen nutzt. Das ist dünner als der mitgelieferte Draht.

Die originale Klebenaht hat eine sehr feste Konsistenz, so dass wir fast auf der gesamten Länge "sägen" mussten.
Nach (mit Unterbrechungen) gut 3 Stunden war die Scheibe raus.

Im vom Armaturenbrett verdeckten Bereich muss man blind arbeiten. Hier finden sich ausserdem Gummi-Abstandshalter für die Montage und eine Blechkante, die fast am Glas anliegt. Noch dazu hat die Klebenaht dort teilweise die doppelte Breite wegen des Stoßes beim auftragen. Hier also besondere Vorsicht.
Die alte Windschutzscheibe ist sehr sperrig, beim Abheben muss daher eine zweite Person helfen.

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Der alte Kleber kann mit einem Ceranfeldschaber auf wenige mm heruntergeschnitten werden, wenn man die Naht nahezu 180° umklappt und wegzieht. Vorsicht, Verletzungsgefahr für Mensch und Lack. Den gesammelten Straßendreck habe ich mit Wasser, Spüli und Lappen entfernt.

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An den verbleibenden Verkleidungsteilen muss man den Schneidedraht aktiv gegen die Scheibe halten. Im unsichtbaren Bereich vor dem Armaturenbrett habe ich trotzdem ein paar Kratzer hinterlassen. Die drei Gummi-Abstandshalter für die Montage habe ich an den vorgesehenen Stellen wieder angeklebt.

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Besonders an den Blechkanten unter dem Windlauf und am Dachhimmel muss der Draht sorgfältig geführt werden. Trotzdem kann man wegen des geringen Abstands Lackschäden an diesen verdeckten Stellen kaum vermeiden. Als Rostvorsorge musste ich dort stellenweise ausbessern.

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Die alte Zierleiste habe ich gründlich gereinigt und wiederverwendet. Sie wird einfach auf den oberen Rand der Scheibe aufgesteckt.
Wie die Anprobe der neuen Scheibe zeigt, muss an manchen Stellen viel Spalt ausgeglichen werden. Ich habe bis zu 11mm in den unteren Ecken gemessen und daher die Spritze beim Auftragen großzügig (zweithöchste Stellung) eingestellt.
Der Primer (Verarbeitungs- und Sicherheitshinweise des Herstellers beachten!) wird nach Aufrauhen und Entfetten auf den Scheibenrand aufgetragen.

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Auf die Karosserie (weil dort einfacher zu positionieren) habe ich nach Reinigung und Entfettung etwa 260ml Scheibenkleber aufgetragen.
Für den korrekten Abstand der Scheibe sorgt oben die Zierleiste, die rundum am Dach- und A-Säulen- Ansatz anliegt, sowie unten die erwähnten Gummiblöcke.

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Zum Einsetzen muss das Auto natürlich gerade stehen, ohne Verwindung der Karosserie.
Man braucht nicht zwingend Saugheber, aber unbedingt mehrere Personen, in meinem Fall waren wir zu viert. Die Windschutzscheibe wird mit Panzerband am Dach gegen herunterrutschen gesichert.

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Danach hat man noch die Chance, die Position um wenige mm zu korrigieren, und an den sichtbaren Stellen die Klebenaht zu kontrollieren. Wir haben irgendwie mitten auf der A-Säule etwas in den Kleber getunkt und einige Millimeter Lücke hinterlassen. Dort habe ich später mit der Kartuschenpresse und spitzer Silikontülle etwas Scheibenkleber nachgespritzt (die Profis würden mich vielleicht lynchen).

Insgesamt haben wir, inklusive Unterbrechungen und auf zwei Tage verteilt, gut sechs Stunden gebraucht. Danach mehrere Stunden Aushärtezeit. Seitenscheiben offen lassen zum Druckausgleich beim Schließen der Türen.
Auf der ersten Fahrt habe ich noch kurzes Quietschen vom Scheibenrand hören können- vielleicht Einbildung oder Reibung der Kunststoffteile.
Zur Dichtheitsprüfung habe ich die Lüftung auf "4" gestellt, Scheiben und Türen zu, und Seifenlauge von aussen auf die gesamte Klebenaht aufgetragen.

Ich bin der Meinung, das alles geklappt hat. Keine besonders spaßige Arbeit, aber auch kein großes Problem.

Freundliche Grüße *prost*
Mathis


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