Auswertung der ADAC Pannenstatistik (TTT-Technik, Tipps und Tricks)
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Zu der jüngsten Pannenstatistik des ADAC habe ich Details angefragt; ein netter ADAC Mitarbeiter hat mir umgehend eine detaillierte Aufstellung über alle Fabrikate und Modelle zugesandt. Details sind für ADAC Mitglieder pro Modell auch Online verfügbar, indem man die Modelle in der Tabelle anklickt.
Renault Kangoo
Motor defekt, Geräusche (bes. Diesel bis 2002)
Lenkschloss blockiert (bes. 2003)
Wegfahrsperre defekt (auch: Twingo, Clio (insbes. bis 2001), Mégane, Laguna, Espace)
Turboladerschlauch abgerutscht (bes. 2001) (auch: Mégane, Scénic, Laguna)
Zahnriemen gerissen, Benziner 1998/1999, Diesel 1999/2000 (auch: Clio, Mégane, Scénic, Laguna, Espace)
Ich denke, daß insbesondere die drei letzten Fehler hier im Forum hinreichend bekannt sind. Renault hat bei diesen Fehlern - auf Grund der Plattform - Strategie - offenbar ein Serienproblem (gehabt).
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Frage an den ADAC:
"Wie sieht es mit Automarken aus, die sehr stark auf eine eigene "Mobilitätsgarantie" setzen, wie zB D/C. Die schneiden doch bei Ihnen günstiger ab, weil der ADAC die Pannen dieser Fahrzeuge gar nicht in voller statistischer Breite zu Gesicht bekommt."
Antwort ADAC:
" Es ist uns klar, dass uns durch die Hersteller-Notdienste einiges an Pannenzahlen entgeht. Da aber da heute jeder Hersteller einen eigenen Notdienst in irgend einer Form organisiert hat, ist hier von unserer Seite eine Gleichbehandelung gegeben."
Anmerkung:
Die A-Klasse in derselben Kategorie wie der Kangoo ist sehr gut weggekommen.
Aber auch in deren "Elchforum" wird sehr intensiv über viele Serienfehler diskutiert - teilweise haarsträubend im Vergleich zum Kangoo. Ein jüngerer Thread ging sehr konträr über die sprichwörtliche Mercedes -Qualität, die bei der A-Klasse offenbar nicht in dem bekannten Maße gegeben ist.
Dort wird das gute Abschneiden daher teilweise auch skeptisch beurteilt, weil offenbar für die A-Klasse - im Gegensatz zu Renault - ein sehr umfassender D/C Mobilitäts-Service vorhanden ist.
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Frage an den ADAC:
"Wie sind die Fehler Ihrer Statistik gewichtet? Sind nur echte Liegenbleiber gewertet, oder nehmen Sie auch Pseudofehler auf (...) ?
Diese Bewertung fehlt mir in Ihrer Statistik, dh die deutliche Unterscheidung zwischen "kapitalen" Fehlern, die nicht vor Ort behoben werden können, solchen, die eher leichter Natur sind und vom ADAC direkt zur Weiterfahrt behoben werden können und Fehlern, die zwar ärgerlich sind, weil irgendeine Warnlampe unmotiviert angeht, aber keine Einschränkung bedeutet hätte."
Antwort ADAC:
"Eine Wichtung der einzelnen Fehler erfolgt nicht. Der Grund ist, dass im Einzelfall die Folgen des Liegenbleibens nicht beurteilt werden kann. Ein versäumter Geschäftstermin wegen einer aufleuchtender Kontrollleuchte kann teurer werden als ein defekter Motor, der dann auf Garantie oder Kulanz getauscht wird. Ein Liegenbleiben bei Nacht auf freier Strecke gehört sicher zu den unangenehmsten Erlebnissen, nicht zu vergessen, dass ein Pannenfahrzeug ein großes Unfallpotential darstellt. Deswegen wichten wir jedes Liegenbleiben gleich."
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Frage an den ADAC:
"Bei Ihnen heißt es immer so pauschal "Fehler an der Elektrik", und da ist dann die Autobatterie und die Motorsteurungselektronik in einen Topf geworfen. Aussagekräftiger wäre es, Elektrik und Elektronik zu trennen."
Antwort ADAC:
" Ihre Anregung, Elektronik und Elektrik zu trennen beschäftigt uns schon lange. Das Problem ist, dass es keine Definition gibt, was herkömmliche Elektrik und was Elektronik am Fahrzeug ist. Zum Beispiel ist bei neueren Modellen die gesamte Beleuchtung elektronisch geregelt. Bei anderen ist selbst die Zündung noch herkömmliche Elektrik. Mit unserem Erfassungssystem ist im Moment so eine Trennung schwer möglich. Wir arbeiten aber an einer Erfassung über PC auf der Straße und da werden solche Trennungen einfacher."
Anmerkungen zu diesem Punkt:
Man kann durchaus - mit etwas Sachverstand - die Elektroniken im Auto kategorisieren und wichten: Sicherheitsrelevant (ABS, Airbag, ESP, Gurtstraffer, Bremsassistent,...), Antrieb (Motorsteuerung, Zündung, Batterie-Management,...), Zustandsanzeigen (Geschwindigkeit, Drehzahl, Öldruck, Ölstand, ABS-Warnlampe, Kühlwassertemperatur, ....), Komfort (Scheibenheber, Radio, Heizung, Telefon, Navigation,..). Echte Fehler bei den erstgenannten sind natürlich wesentlich kritischer als nur Fehler der Anzeige (unsere berühmte Kangoo-Airbag-Warnlampe) oder Ausfälle im Komfortbereich, zB wenn die Scheibe nicht mehr hochgeht.
Als zusätzliche Unterscheidung gibt es in allen diesen Kategorien Elektroniken, die heutzutage bei allen Herstellern Standard sind, wie zB die Motorsteuerungselektronik, inkl. der elektronischen Zündung, ABS, Airbag.
Diese Sachen fallen relativ selten aus, weil sie schon lange eingeführt sind, und weil es im Grunde nur ein paar wenige und über alle Automobil-Hersteller identische Zulieferer gibt.
Darüber hinaus finde ich es recht plump, innovative Fahrzeuge, die mit einem gewissen Risiko des Neuen konstruiert sind, über einen Kamm zu scheren mit solchen, die mehr auf Altbewährtes setzen.
Man kann sicherlich über Sinn und Unsinn von vielem Schnickschnack im Auto reden, aber viele Neuentwicklungen steigern zB die Sicherheit, oder senken die Emissionen, usw.
Die Japaner kamen in solchen "Zuverlässigkeitstests" immer gut weg, aber ein Quell von neuen Ideen oder automobilem Fortschritt waren die bislang nie - eher Meister der Kopie. Das ändert sich derzeit - die europäischen Hersteller müssen jetzt auf jeden Fall bei der Zuverlässigkeit aufholen.
Mein Fazit:
Der ADAC Test, so stark verfälscht er im Vergleich der Autos untereinander auch ist, zeigt aber auf jeden Fall, daß unser Kangoo (bzw. gewisse Teile bei Renault) einige Macken hat, die wirklich absolut inakzeptabel sind.
Dieses Bild entspricht eigentlich dem, was wir vor dem Kauf unseres ersten Kangoos von Renault hatten.
Unsere persönliche Erfahrung mit 2 Kangoos hingegen ist bislang im Großen und Ganzen positiv - insbesondere gemessen an unserer anfänglichen pessimistischen Erwartungshaltung. Bezüglich Fahrspaß möchte ich derzeit auf kein anderes Fahrzeug wechseln.
Frank
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Hilfe und Infos
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