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Auslassventil getauscht (TTT-Technik, Tipps und Tricks)

froschkoenig @, (vor 5963 Tagen)

Hallo Forum,

mein 1,2er Kangoo (Bj. 99, 300 000km) schwächelte schon eine ganze Weile.
Er hatte weniger Leistung und vibrierte im Leerlauf deutlich. Manchmal (wenn die Servolenkung bei Leerlauf kraft brauchte, ging er sogar aus. Außerdem stank es hinter dem Wagen nach verbranntem Öl...

Obwohl ich ein mich eine ganze Weile hartnäckig weigerte, irgendetwas zu reparieren, normalisierte sich das Problem nicht von selbst...:-|

Die Diagnose mit hilfe des Fehlerspeichers ergab, dass eigentlich alles in Ordnung sei :-| (Zum Glück war die Diagnose nicht teuer - ich habe einfach mal einen gelben Engel vollgequatscht, der ein bisschen Zeit hatte)

Na gut - dann bin mit den bewährten Gewaltschraubermethoden vorgegangen: Ich habe bei laufendem Motor nacheinander probeweise jeden Kerzenstecker kurz abgezogen und wieder draufgesteckt. Beim 4. Zylinder änderte sich der Motorlauf kein bisschen. Daraufhin habe ich die Kompression des Zylinders gemessen und keine 3 bar erreicht.*what*

Nach einiger Überlegung und einem weiteren Kompressiontest mit einem Spritzer Öl im kritischen Zylinder (3bar...) habe ich dann beschlossen, trotz der hohen Laufleistung eine Instandsetzung durchzuführen.

Bei Matthies Autoteile habe ich eine Kopfdichtung, den Zahnriemen, zwei Keilriemen und einen Satz Zylinderkopfschrauben gekauft (ca. 145,- Euro). Ein Auslassventil gab es dort leider nicht mehr. Der Unfreundliche wollte die Auslassventile nur satzweise (140 Euro) verkaufen. Zum Glück konnte ich aber am gleichen Tag ein einzelnes Auslassventil beim örtlichen Motorinstandsetzer kaufen (21,- Euro)

Die Demontage verlief eigentlich problemlos. Ich wundere mich nur, wie lange ich dafür brauche. ca. 5 Stunden für die Demontage! Na gut... wenn man so etwas nicht alle Tage macht, sollte man auch lieber zweimal öfter gucken und überlegen...
Na ja, als der Kopf runter war, habe ich mich gefreut, dass wirklich nur das Auslassventil verbrannt war. Der Sitz sah noch recht gut aus. Zuerst wollte ich noch ganz leicht mit meinem Neway-Ventilsitzfräser "säubern" aber leider war die seitliche Brennraumwand so dicht am Sitz, dass der Fräser nicht eingesetzt werden konnte. So konnte ich den Sitz nur mit dem neuen Ventil leicht einschleifen. Nach fünf Minuten sah der Sitz und das Ventil vom Tragbild her schon perfekt aus.
Ein unerwartetes Problem stellte dann allerdings der Auspuffkrümmer dar. Dieses Stahlgussteil (ich habe es die ganze Zeit am Kopf verschraubt gelassen)hatte mehrere Haarrisse in Strömungslängsrichtung. Genau dort, wo der defekte Zylinder seinen Abgasstrahl mit dem der übrigen Zylinder mischt. Vermutlich also ein Folgeschaden der langen Fahrerei auf drei Zylindern.
So bin ich dann mit dem Kopf-Auspuffkrümmerzusammenbau zum Dorfschmied im Nachbarort gefahren und der konnte dann mit Gußelektroden die Risse zuschweißen. Er hat gesagt, dass sich das ganz gut schweißen läßt.
Der Zusammenbau hat dann wieder ganz schön lange gedauert (5h ?) aber ich baue so etwas lieber einmal sorgfältig zusammen, als zweimal schnell ;-)

Nun läüft der Kangoo seit zwei Wochen wieder richtig klasse! Vorgestern hat er problemlos die Asu geschafft - Ich glaube die Fahrerei und die beiden Schraub-Nachmittage und die ca 180 Euro waren doch eine lohnende Investition:-)

Viele Grüße, froschkoenig


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