Werkstatterfahrungen mit Renault und Mercedes (TTT-Technik, Tipps und Tricks)
Als Antwort auf: Re: Kangoo = Fiasko von joerg b. am 09. August 2004 16:01:49:
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Hallo,
Unser Erstauto ist mittlerweile ein Mercedes. Die letzte Inspektion war nicht teurer als beim Kangoo, aber der Service nicht zu vergleichen. Am besten hat mir dabei gefallen, dass das Auto erst in einem gesonderten Raum auf die Hebebühne gefahren wird und dann kann man mit dem Meister alles klären und sich auch erklären lassen. Statt Anweisungen zu geben (der ist kaputt!), wird an Lösungen gearbeitet und werden auch Alternativen vorgeschlagen.
Genauso macht unsere freundliche Renault-Werkstatt in Cottbus das auch. Ich habe gerade heute unseren Kangoo zur 90000 km-Inspektion gegeben. Erst ruhige Besprechung, dann gemeinsam in die Halle, Auto auf Stoßdämpferprüfstand und Bremsenprüfstand, dann Sichtkontrolle der Bremsbeläge (noch die ersten!), wobei mir der freundliche Meister, mit einer Pen-Taschenlampe hineinleuchtend, aufforderte, die Beläge selbst zu betrachten und sagte: Ich würde Ihnen nicht raten, die Steine jetzt schon zu wechseln, obwohl man das natürlich machen könnte, aber es ist rausgeworfenes Geld. 15000 bis 20000 km halten die allemal noch, das wollen Sie doch nicht verschenken. Ich kann Ihnen aber nicht garantieren, daß die bis zur nächsten (120000 km) Inspektion auch noch durchhalten. Kommen Sie doch in 15-20000 km mal zur kostenlosen Sichtkontrolle.
Und dann stellte er noch einen winzigen Tropfen Getriebeöl unter dem Schaltgestänge fest und sagte: Wahrscheinlich ist ein Simmering nicht mehr ganz in Ordnung. Wenn Sie das selbst bezahlen müßten - es muß das ganze Getriebe ausgebaut werden - würde ich sagen, minimal, kein Handlungsbedarf. Aber solange Sie noch Garantie drauf haben - würde ich sagen, es wird alles topfit erneuert, auf Garantie. Dann haben Sie wenigstens später keinen Ärger.
Was will man mehr?
Und ein befreundeter Anwalt hatte mir mal von einem Erlebnis bei der Daimler-Benz-Niederlassung in Berlin am Salzufer erzählt. Getriebeschaden. Einsilbiger Kommentar: Muß erneuert werden. Frage: Kann man da nichts reparieren? Antwort: Nee, det is für die Tonne. Frage: Na gut, machen Sie, was gemacht werden muß, aber bitte legen Sie mir das alte Getriebe in den Kofferraum; ich werde dann bei Gelegenheit mal einen Sachverständigen einen Blick darauf werfen lassen. Antwort: Wennse wollen... " Stunden später ein Anruf: Man habe sich geirrt, man könne das Getriebe doch reparieren, selbstverständlich...
Ein Schelm, wer Böses dabei denkt?
Facit: Nein, keine vernagelte Fan-Ansicht wie "Alle Renault-Werkstätten sind Spitze und Mercedes ist Scheiße", sondern: Es gibt überall solche und solche. Man sollte sich bei Werkstätten vor Verallgemeinerungen hüten. Es gibt überall schwarze und weiße Schafe, wobei die Inkompetenten und Nichtskönner ja nicht nur bei den Autowerkstätten, sondern in allen Berufen eher die Regel und die Qualifiziertzen und Anständigen die Minderheit darstellen.
Unabhängig vom Autotyp - wer eine gute, seriöse Werkstatt gefunden hat, freue sich, pflege sie und empfehle sie weiter. Es ist immer die Ausnahme.
Beste Grüße,
Thomas
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