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Re: Kleiner Einspruch (TTT-Technik, Tipps und Tricks)

Jan mit dem roten RT, (vor 7454 Tagen) @ Gast


Als Antwort auf: Kleiner Einspruch von Gast am 22. Oktober 2005 19:20:

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Hallo Jan
also doch nicht ganz ohne qualifizierte Unterstützung gemacht s.o.
Das solche Arbeiten in den heutgen Werkstätten nicht so akurat (Säuberung der Bremse) durchgeführt werden ist auch ganz einfach zu erklären:
Meine Wenigkeit hat 1970 mit der Lehre zum Kfz Mechaniker angefangen da wurde es noch so wie von dir gehandhabt durchgeführt. Im Laufe der Jahre wurden in der Branche Richtzeiten AW´s etc. eingeführt ganz im Sinne des Kunden den der wollte alles billiger haben ,wobei natürlich solche Arbeiten wie von dir beschrieben einfach mal unter den Tisch fielen.Heute wird über die miserabelen Zustände in den Werkstätten geschrien (Zum Teil allerdings berechtigt) Aber bei dieser Aufheulerei stellt sich mir die Frage :Hat der "KUNDE" vielleicht in einigen Gebieten die bösen Geister selber geweckt
Grüß und nichts für ungut
Günther


Lieber Günther!

Mein Helfer meinte auch, daß ich ihn eigentlich gar nicht gebraucht hätte , und das auch ebensogut hätte alleine machen können - schließlich hätte ich doch alles gewußt, was wichtig ist ;-).

280 bis 350€ finde ich übrigens nicht gerade billig für die Arbeit und die Teile (an denen eine Werkstatt ja auch noch mal ordentlich verdient), zumal davon in den Lohntüten des Arbeiters in der Teilefabrik und des Monteurs in der Werkstatt (als den hier wesentlichen Wertschöpfern) insgesamt nichteinmal 20€ landen dürften.

Was die Ursachen für schlechte Ausführung von Werkstattarbeiten anbelangt hast du m.E. teilweise recht - Kunden wollen immer weniger bezahlen (weil ihnen bei real sinkenden Einkommen natürlich auch weniger zum Ausgeben bleibt) - Unternehmen wollen aber auch immer höhere Gewinne einfahren.

Für gute Arbeit würde ich gern einen angemessenen Preis bezahlen, wenn ich den Job nicht selbst machen kann und/oder will. Nicht nur weil die Arbeit oft nicht gut ist, sind aber die Preise meist unangemessen: mit den Preisen wird heutzutage zumindest in Vertragswerkstätten auch noch jede Menge anderer Unfug bezahlt (womit ich nicht die ebenso gern wie zu Unrecht gescholtenen Lohnnebenkosten meine): Z. B. immense Marketingkosten, Kosten für unsinnige Entwicklungen, Kosten für Spezialwerkzeuge (die oft nur verwendet werden, um "freie" Wettbewerber auszuschalten) etc.

Da Vertragshändler vom Autoverkauf nicht leben könnten (weil der sie bald mehr kostet, als er ihnen einbringt), müssen sie eben vom Wartungs- und Reparaturbetrieb leben. Ich habe aber keine Lust (und auch keine ausreichenden Mittel) einen idiotischen Handel mit überhöhten Reparaturrechnungen zu subventionieren. Denn eigentlich werden viel zu viele Autos produziert und mit schmutzigen Tricks unters Volk gebracht, weil davon angeblich "die Wirtschaft" floriert. Eigentlich müßte aber jedem logisch denkenden Menschen klar sein, daß solche Konjunktur tatsächlich mittelfristig erheblich volkswirtschaftsschädlich ist, weil sie überwiegend der Umverteilung von Kapital dient, aber nicht nachhaltig "echte" Bedürfnisse befriedigt - von Umweltaspekten mal ganz abgesehen.

Mir ist natürlich klar, daß das in einem westlichen Industrieland mit einer starken Autoindustrie ein unerhörter Gedanke ist. Mehrheiten werden ihn frühestens dann nachvollziehen, wenn die Auto- und Zuliefererindustrie hierzulande die Arbeitsplätze komplett wegrationalisiert oder in "Billiglohnländer" verlagert hat...

LG
Jan
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