FORTSETZUNG: Zahnriemen ist freigelegt, und nun? (TTT-Technik, Tipps und Tricks)
So, ich habe mich jetzt doch entgegen meinem ursprünglichen Vorhaben selbst an den Zahnriemen gewagt, denn das Wetter war gestern - für Januar - optimal. Leider ist es heute schon wieder trübe und feucht, hier oben sind wir einfach zu dicht an den Wolken.
Anders als im Wiki ( http://wiki.mykangoo.de/index.php/Daniel_Zahnriemenwechsel ) beschrieben, ist es gar nicht nötig, die Motorhaube abzunehmen und die Frontschürze zu entfernen. Glücklicherweise habe ich das auch nicht gemacht. Man kommt auch so an alles ran. Bis jetzt jedenfalls, soweit es den Ausbau betrifft.
Was allerdings unbedingt abgenommen werden sollte (im Wiki nur optional), sind die Riemenscheiben für LiMa und Servopumpe auf der Kurbelwelle. Keine Ahnung, wie man ohne diese Maßnahme den Zahnriemen abnehmen oder draufbekommen sollte. Vor allem ist im unteren Teil des Zahnriemengehäuses jede Menge Dreck angesammelt, den man sonst nicht herausbekommt. Und an die Schrauben der Plastikabdeckung kommt man dann auch viel leichter.
An Werkzeug braucht man übrigens nicht viel - aber exotisches: Einen 16er Ringschlüssel und Nuss für die Schrauben der Motorhalterung und einen 18er Ringschlüssel für die Schraube an der Kurbelwelle (um diese durchdrehen zu können). Eine 16er Nuss hatte ich nicht (außer einem Kerzenschlüssel-Steckaufsatz, aber der ist zu lang für die seitlichen Schrauben der Motorhalterung), aber eine 5/8 Zoll, die ist genau so groß.
Der Zahnriemen sieht gar nicht so schlecht aus, ist also nicht an den Rändern ausgefranst, und gut gespannt ist er auch. Damit wackelt meine Theorie eines sehr weit übersprungenen Zahnriemens erheblich. Aber egal, der neue Zahnriemen ist eh da und der alte ist eh zu alt, also muss er so oder so raus.
Weil ich - sicherheitshalber - weiterhin von einem übersprungenen Zahnriemen ausgehe, ist es natürlich sinnlos, die Stellungen von Nockenwelle und Kurbelwelle zu markieren bzw. mich auf selbst gemachte Markierungen zu verlassen - ich muss die korrekte Stellung "Zylinder 1 auf OT" anders ermitteln.
Und da gehts los mit Problemen!
Am Kurbelwellenrad sehe ich gar nichts, nicht einmal die Zähne, denn sie werden verdeckt von einer quadratischen Metallplatte, auf die die Riemenscheiben geschraubt waren. Die LiMa-Scheibe hatte vier Markierungen, jeweils mittig zwischen den Schraublöchern.
Die Plastikabdeckung scheint eine Markierung zu haben, aber die ist einige cm oberhalb des Kurbelwellenrades, keine gute Abstimmungseinrichtung...
Aber jetzt dämmerts mir: Die Markierung auf der Plastikabdeckung ist gedacht für die Markierungen auf der LiMa-Riemenscheibe, aber die ist jetzt ja erst einmal ab, aber man kann sie ja zur Einstellung mit zwei Schrauben wieder aufsetzen.
Welche Reihenfolge nun? Erst einmal muss ich zumindest ungefähr die Zylinder-1-auf-OT-Stellung ermitteln - aber wie? Am OT-Geber müsste doch irgendwas an der Schwungscheibe zu sehen sein? Notfalls muss ich tatsächlich die Zündkerze von Zylinder 1 rausschrauben und einen Bolzen in das Loch stecken, um zu sehen, wann der Kolben oben ist - grauslich. Blöd, dass ich hier keine zweite Person dafür habe.
Dann den 1. Gang einlegen. Dann kommt die Plastikabdeckung ab, die Spannrolle und dann der Zahnriemen und schließlich wohl auch noch das Kurbelwellenrad, vielleicht finde ich Markierungen, wenn alles gesäubert ist.
Mein Hauptproblem ist aber die Nockenwelle:
Das Nockenwellenrad besitzt eine Kerbe - aber wo finde ich das Gegenstück am Zylinderkopf oder am Ventildeckel?
viele Grüße und frohes neues Jahr!
Lutz
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